Tourenbericht
Ein Bergtag, bei dem nicht der Gipfel zählte
Um 07:45 Uhr starteten wir in Landsberg und erreichten kurz vor 09:00 Uhr die Talstation in Grän. Schon die Anfahrt über die Achtalstraße von Pfronten ins Tannheimer Tal stimmte uns auf diesen besonderen Tag ein. Tiroler Weiderinder standen auf der Straße und ließen uns im Schritttempo durch die eindrucksvolle Kulisse der Allgäuer Bergwelt fahren. Nach der etwa zehnminütigen Fahrt hinauf zur Bergstation des Füssener Jöchle empfing uns eine herrliche Berglandschaft. Von der Bergstation machten wir uns mit Lou auf den Weg in Richtung Große Schlicke. Die Tour war als machbar mit Hund beschrieben worden, wurde mit zunehmender Höhe jedoch immer anspruchsvoller. Lou bewältigte die Strecke und auch die ersten Kletterabschnitte bravourös. Gleichzeitig merkten wir, dass die warmen Bedingungen und das Gelände viel Kraft kosteten. Rund 140 Höhenmeter unterhalb des Gipfels wurden die Kletterstellen größer und deutlicher anspruchsvoller. An diesem Punkt war für uns klar, dass Lou an seine Belastungsgrenze kam. Wir entschieden uns deshalb gegen den weiteren Gipfelaufstieg und kehrten um. Die Gesundheit unseres Hundes war uns wichtiger als der Gipfel. Auch ohne die Große Schlicke zu erreichen, blieb die Tour reich an herrlichen Bergmomenten und gemeinsamen Erlebnissen. Nach dem Rückweg kehrten wir in der Sonnenalm ein und ließen den fordernden Abschnitt in Ruhe ausklingen. Für die Mittagsstunden waren Gewitter angekündigt gewesen, die jedoch ausblieben. Stattdessen konnten wir noch einen schönen und sonnigen Nachmittag im Tannheimer Tal verbringen. Nach der Bergfahrt zurück ins Tal machten wir am Haldensee Halt, wo Lou noch einmal schwimmen durfte. Anschließend gab es ein Eis in Tannheim. Auf dem Heimweg legten wir beim Dorfwirt in Pfronten eine letzte Pause ein und tranken ein kühles Bier. Am Ende war es eine anspruchsvolle und sehr schöne Tour – ohne Gipfelerfolg, aber mit vielen Erinnerungen und der Gewissheit, im richtigen Moment die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Moment
„Nicht jeder starke Bergtag braucht einen Gipfel – manchmal ist die gemeinsame Umkehr die wichtigste Entscheidung.“
Route
Die Strecke.
Start der Wanderung war an der Bergstation des Füssener Jöchle. Von dort führte die Route durch die Berglandschaft in Richtung Große Schlicke. Mit zunehmender Höhe wurde das Gelände anspruchsvoller und enthielt immer größere Kletterstellen. Rund 140 Höhenmeter unterhalb des Gipfels brachen wir den Aufstieg mit Rücksicht auf Lou ab und gingen zurück. Anschließend kehrten wir in der Sonnenalm ein.
Persönliche Notiz
Uns bleibt vor allem in Erinnerung, wie begeistert Lou unterwegs war und wie souverän er auch die ersten Kletterpassagen gemeistert hat. Der Verzicht auf den Gipfel fühlte sich nicht wie eine Niederlage an, sondern wie eine selbstverständliche Entscheidung für unseren gemeinsamen Weg.
Tourteilnehmer

